Damit lassen sich Bildsignale, Text-Watermarking während der Generierung, signierte Provenienz und sichtbare Hinweise sauber trennen.
Vor der Suche nach einer Markierung sollte die Frage klar sein
Die Frage, ob ein Bild „von einer KI“ stammt, kann sehr unterschiedliche Dinge meinen: Hat ein Generator ein erkennbares Signal hinterlassen? Gibt es dokumentierte Provenienz? Zeigt die Plattform einen KI-Hinweis? Kann ein bestimmtes System seine eigene Markierung wiedererkennen? Diese Hinweise sind nicht austauschbar.
Fehlt eine Markierung, ist das deshalb kein allgemeiner Beweis dafür, dass keine KI beteiligt war. Sie kann nie gesetzt worden sein oder durch Screenshot, Beschnitt, Neukompression oder Formatwechsel beeinträchtigt worden sein. Umgekehrt liefert ein gefundenes Signal nicht automatisch die vollständige Entstehungs- und Bearbeitungsgeschichte.
| Mechanismus | Wo die Information liegt | Welche Frage sie vor allem beantwortet |
|---|---|---|
| Bild-Wasserzeichen oder Signal | Pixel bzw. Bildsignal | Ob eine bestimmte Markierung noch erkennbar ist |
| Text-Wasserzeichen im LLM | Statistisches Muster der Token-Auswahl | Ob der Text das Muster eines bestimmten Verfahrens trägt |
| Content Credentials | Signiertes Manifest mit Asset-Bindung | Welche Provenienzangaben verifiziert werden können |
| Sichtbarer KI-Hinweis | Plattform- oder Produktoberfläche | Wie KI-Beteiligung für Menschen sichtbar gemacht wird |
Warum Kennzeichnung plötzlich zur Infrastruktur gehört
Generative und editierende KI macht Produktion einfacher, aber die Entstehungsgeschichte eines fertigen Inhalts schwerer erkennbar. In der EU gelten die Transparenzpflichten aus Artikel 50 des AI Act seit dem 2. August 2026. Betroffene Anbieter müssen künstlich erzeugte oder manipulierte Ausgaben maschinenlesbar markieren und als solche erkennbar machen; für Deepfakes und bestimmte Texte von öffentlichem Interesse gelten zusätzliche Offenlegungspflichten.
Das bedeutet jedoch nicht, dass es ein universelles KI-Wasserzeichen gibt. Bild, Text, Provenienz und Nutzerhinweis brauchen unterschiedliche Mechanismen.
Beim Bild steckt das Signal im Bild
Ein Wasserzeichen kann sichtbar sein — etwa Name oder Logo — oder als nicht sichtbares Signal eingebettet werden, das ein kompatibler Detektor später sucht. Wie gut es nachher noch beobachtbar ist, hängt vom Verfahren und von späteren Veränderungen ab. Zuschnitt, Größenänderung, erneute JPEG-Kompression, Screenshots oder generative Bearbeitung können ein Signal beeinflussen.
Hier setzt SIGNA heute an: Du bereitest ein unterstütztes Bild vor dem Teilen vor, kombinierst bei Bedarf sichtbares Wasserzeichen und unsichtbares SIGNA-Signal und prüfst später auf dem Gerät, ob das Signal in einem zurückgekommenen Bild noch beobachtbar ist. Daraus wird kein allgemeines Urteil „KI-generiert“ oder „nicht KI-generiert“.
SynthID-Text greift in die Token-Auswahl ein
Text hat keine Pixel. SynthID-Text von Google DeepMind verändert stattdessen das Sampling, mit dem ein autoregressives Sprachmodell das nächste Token auswählt. Die in Nature veröffentlichte Arbeit beschreibt Tournament Sampling und unterscheidet eine non-distortionary Konfiguration, die die Verteilung im Erwartungswert erhalten soll, von einer distortionary Variante mit stärkerer Erkennbarkeit und entsprechendem Qualitäts-Trade-off.
Im September 2026 kam eine neue Sicherheitsfrage hinzu. Lasso Security testete eine SynthID-Text-Implementierung auf mehreren offenen Modellen und berichtete, dass sich einzelne Verweigerungen und Tool-Aufrufe mit Watermarking änderten. Die Studie nennt das „sampling drift“. Bei Agenten kann ein anderes Token eben nicht nur ein anderes Wort, sondern ein Funktionsargument, ein Pfad oder das ausgewählte Werkzeug sein.
Das ist relevant für LLM-Text-Watermarking, lässt sich aber nicht pauschal auf jedes unsichtbare Wasserzeichen übertragen. Ein in Bildpixel eingebettetes Signal wählt keine nächsten Tokens aus. Die Sampling-Drift-Debatte beschreibt daher nicht den Mechanismus des SIGNA-Bildsignals.
Content Credentials dokumentieren Provenienz
C2PA Content Credentials bündeln Aussagen über Erstellung, Bearbeitung und weitere Aspekte der Historie in signierten Manifests und binden sie an das Asset. Bei der Verifikation geht es um Signaturen, Bindings und ein Vertrauensmodell. Das ist Provenienz-Infrastruktur und nicht bloß die Suche nach einem statistischen Muster.
Fehlende Content Credentials, ein nicht gefundenes bestimmtes Wasserzeichen und eine fehlende KI-Kennzeichnung auf einer Plattform sind deshalb drei verschiedene Beobachtungen. Die jeweilige Information kann nie vorhanden gewesen oder beim Weiterreichen anders verändert worden sein.
Ein sichtbarer KI-Hinweis richtet sich an Menschen
Die Leitlinien der EU-Kommission und der Code of Practice 2026 trennen maschinenlesbare Markierungen der Anbieter von Offenlegungspflichten für Deepfakes und bestimmte Texte. Ein sichtbarer Hinweis kann ohne Detektor verständlich sein; eine maschinenlesbare Markierung kann Software helfen, ohne im Bild aufzutauchen; Provenienzdaten können eine ausführlichere Historie transportieren.
Keine Markierung heißt nicht „keine KI“
Screenshot, Neukodierung, Plattformverarbeitung, entfernte Metadaten oder ein anderes Generationssystem können erklären, warum eine erwartete Markierung fehlt. Umgekehrt trägt ein systemspezifisches Signal nur Aussagen im Rahmen dieses Systems. „KI-Detektor“ und „Detektor für ein bekanntes Signal“ sind unterschiedliche Evidenzmodelle.
Wo SIGNA in dieses Bild passt
SIGNA konzentriert sich auf die Vorbereitung von Bildern vor dem Teilen. In unterstützten Android-Abläufen wird das ausgewählte Bild auf dem Gerät verarbeitet und für diese Verarbeitung nicht zu SIGNA AI Lab hochgeladen. Du kannst ein sichtbares Wasserzeichen für sofortige Zuordnung einsetzen, ein unsichtbares SIGNA-Signal ergänzen und unterstützte Bilder später prüfen.
SIGNA ersetzt weder SynthID-Text noch C2PA. Gerade die klare Trennung macht verständlich, welches Werkzeug für welche Aufgabe gedacht ist.
Quellen
Bereite das Bild vor, bevor du es teilst
Wenn es dir um das Teilen eigener Bilder geht, kannst du mit SIGNA sichtbares Wasserzeichen und unsichtbares Signal je nach Zweck kombinieren und unterstützte Bilder später prüfen.